MALEREI
Zeit
zum Malen.
Ölfarbe trocknet langsam.
Zum Glück.
01
Nicht fertig denken
Lange Zeit war Malerei für mich vor allem eine Frage der Umsetzung.
Ein Wappen hat seine Regeln. Ein Porträt seine Ähnlichkeit. Eine Couleurmalerei ihre Vorgabe.
Das Ziel steht ziemlich früh fest.
Irgendwann begann mich mehr zu interessieren, was während des Malens passiert.
Nicht alles schon am Anfang entscheiden.
Eine Fläche verändern. Wieder zurücknehmen. Übermalen. Weitersehen.
02
Öl lässt sich Zeit.
Acrylfarbe war mir irgendwann zu schnell.
Sie trocknet.
Sie entscheidet.
Ölfarbe gibt mir die Möglichkeit, noch einmal hinzusehen.
Ein Bild kann über Tage und Wochen entstehen. Farbe bleibt beweglich. Flächen können sich verändern. Dinge, die gestern richtig erschienen, dürfen morgen wieder verschwinden.
Das ist für mich kein Umweg.
Das ist das Malen.
03
Die Hopfenernte
Das erste kleine Ölbild, bei dem ich das Gefühl hatte: Das ist meines.
Am Anfang steht die Untermalung.
Licht. Schatten. Raum. Bewegung.
Die Farbe kommt später.

Untermalung

Die Hopfenernte
04
Das Bild darf sich verändern.
Manchmal entsteht während des Malens etwas, das am Anfang nicht vorgesehen war.
Dann stellt sich die Frage, ob man es korrigiert.
Oder ob gerade dort das Bild beginnt, interessant zu werden.
Nicht alles, was vom Plan abweicht, ist ein Fehler.
05
Andere Bilder
Manche Arbeiten entstehen frei.
Andere für einen bestimmten Menschen, einen Anlass oder einen Ort.
Die Aufgabe kann verschieden sein.
Malen bleibt Malen.



Nicht immer wissen,
wie es endet.
Vielleicht ist genau das der Teil, an dem ich weitermachen möchte.
06
Noch nicht fertig
Malerei ist für mich kein abgeschlossenes Kapitel.
Im Moment nimmt die Entwicklung von tirolig. viel Raum ein.
Aber wenn dort irgendwann etwas mehr Ruhe einkehrt, möchte ich genau hier weiterarbeiten.
Mit Öl. Mit Zeit. Und ohne vorher schon alles wissen zu müssen.
Zeit zum Malen.
Zum Glück.