SKULPTUR & OBJEKT

Kunst zum
Begreifen.

Ein Bild betrachtet man.

Ein Objekt kann man in die Hand nehmen.

Material hat Gewicht. Oberfläche. Temperatur. Und plötzlich wird aus einer Idee etwas, das Raum einnimmt.

01

Etwas wird greifbar

Mich fasziniert an dreidimensionalen Arbeiten, dass sie nicht nur gesehen werden.

Man kann um sie herumgehen.

Man kann sie berühren.

Man kann spüren, ob eine Fläche glatt, rau, warm, kalt, leicht oder schwer ist.

Man kann sie begreifen.

Vielleicht sehe ich deshalb die Grenze zwischen Skulptur und Gebrauchsgegenstand weniger streng.

02

Form entsteht nicht nur im Kopf

Bei einer Skulptur verändert das Material die Idee.

Holz verhält sich anders als Metall.

Metall anders als Gips.

Eine Form, die auf Papier funktioniert, kann in der Hand plötzlich falsch wirken.

Dann muss sie weiterentwickelt werden.

Nicht theoretisch.

Am Material.

03

Vom Metall zur Form

Der Weg zur Skulptur begann bei mir nicht mit einer fertigen künstlerischen Idee.

Ich wollte eigene Bier- und Weinzipfel herstellen – kleine metallene Freundschaftszeichen unter Studenten.

Dafür musste Metall gegossen werden.

Also begann ich, mich mit Schmelzöfen, Tiegeln, Formen und Guss zu beschäftigen.

Aus einer scheinbar kleinen Aufgabe wurde ziemlich schnell eine neue Welt.

04

Das Werkzeug wächst mit

Für die Formen brauchte ich neue Möglichkeiten.

Aus Gips entstanden erste Versuche.

Um diese Formen bearbeiten zu können, entstand schließlich meine erste CNC-Maschine.

Sie war nicht besonders elegant.

Aber sie öffnete eine Tür.

Plötzlich konnten Formen entstehen, die vorher nur als Zeichnung oder Vorstellung existiert hatten.

05

Holz

Mit der CNC kam das Holz.

Und Holz blieb.

Es lässt sich formen, fräsen, schleifen, schneiden, brennen und ölen.

Es hat Struktur.

Es arbeitet.

Und selbst zwei scheinbar gleiche Stücke sind nie wirklich gleich.

Gerade das mag ich daran.

06

Relief

Ein Relief liegt irgendwo zwischen Bild und Skulptur.

Es braucht eine Fläche.

Aber diese Fläche bleibt nicht flach.

Licht verändert sie.

Schatten verändert sie.

Der Blickwinkel verändert sie.

Vielleicht ist genau das der Grund, warum Reliefs für mich so interessant wurden.

07

Gebrauchsgegenstand oder Skulptur?

Für mich ist diese Grenze nicht besonders wichtig.

Auch ein Becher kann eine Form sein, die man bewusst gestaltet.

Ein Relief kann gleichzeitig Bild und Objekt sein.

Ein Stück Holz kann funktionieren – und trotzdem mehr sein als nur funktional.

Entscheidend ist nicht, in welche Schublade etwas gehört.

Sondern was aus dem Material geworden ist.

08

Individuelle Arbeiten

Manche Objekte entstehen frei.

Andere beginnen mit einer konkreten Idee, einem Anlass, einem Raum oder einem Menschen.

Material, Größe und Technik ergeben sich dann aus der Aufgabe.

Manchmal steht die Form von Anfang an ziemlich klar fest.

Manchmal entsteht sie erst während der Arbeit.

Beides ist möglich.

Kunst zum
Begreifen.

Vielleicht ist das am Ende der einfachste Unterschied zur Malerei.

Ein Bild kann man ansehen.

Ein Objekt kann man in die Hand nehmen.

Und manchmal versteht man erst dann, was es geworden ist.